Heimatverein Hoysinghausen

 

Ortsteile

 Hoysinghausen setzt sich aus folgenden zwölf Ortsteilen zusammen:

 

Riede
Bröker
Heidhorst
Mensinghausen
Mörsen
Seekämpe
Krickemann
Kropp
Lichtenberg
Böhrde
Ziegelei
Rauher Busch

 

 Hoysinghausen-eine Schwarmsiedlung

Wenn hier von „Ortsteilen“ gesprochen wird, so sind damit nicht solche gemeint, wie sie heute als Teile einzelner Gemeinden definiert sind, sondern es werden Siedlungen angesprochen, die mehr oder weniger weit vom Dorfmittelpunkt entfernt liegen.

Man nennt Orte, die ein offenes Erscheinungsbild zeigen, Streu- oder Schwarmsiedlungen. Hoysinghausen ist mit 12 Ortsteilen um den Ortskern herum eine typische Schwarmsiedlung.

 

  Karte Hoysinghausen

 

Die einzelnen Ortsteile sind nicht willkürlich angelegt worden. Die Siedler, die in frühere Zeit nach Plätzen zur Neuanlage ihres Gehöfts suchten, hatten viele für die Ansiedlung erforderliche Voraussetzungen zu prüfen. Da alle Wohnplätze auf dem Land Bauernsiedlungen waren, benötigten die Siedler ackerfähigen Boden, hofnahes Grünland und Sommerweideflächen sowie eine überschwemmungsfreie Hoflage und dazu das für Mensch und Vieh lebensnotwendige Wasser. Erst wenn dies alles in ausreichendem Maße vorhanden war, konnte gesiedelt werden.

Auch schon damals galt: mit möglichst geringem Aufwand den größten Ertrag erzielen.

Aber die Menschen in jener Zeit lebten stark naturverbunden und wussten deshalb die Zeichen der Natur auch in der rechten Weise zu deuten.

In der Gemarkung Hoysinghausen sind im Geestboden an etlichen Stellen kleinere und größere Lehmschollen eingelagert, die in früheren Jahrhunderten sogar eine Verziegelung erlaubten. Nur durch die inselartigen Einlagerungen solcher Schollen konnte sich die Schwarmsiedlung Hoysinghausen entwickeln. Damit wird die Abhängigkeit dieser Siedlungsweise von der Topographie des Raumes am Rande des Großen Moores deutlich.

Wie aus den Anmerkungen zu den Ortsteilen schon ersichtlich ist, sind die Siedlungen nicht gleichzeitig, sondern erst nach und nach entstanden. Mörsen und Mensinghausen dürften die ältesten sein; die anderen sind erst mit der Ausweitung der Ackerflächen im Mittelalter oder auch noch etwas später entstanden.

Es ist eine besondere Eigenart Hoysinghausens, dass der Ort bei einer relativ großen Gemarkungsfläche (1.871,400 ha) eine so große Zahl von Wohnplätzen aufweist. Noch heute gibt das Bild der Schwarmsiedlung der Landschaft ein charakterisches Gepräge.

Hoysinghausen ist eine Siedlung, die zur zweiten altsächsischen Siedlungsperiode gehört, die vor dem 9. Jahrhundert lag.

 

Quelle:

Text und Karte aus 900 Jahre Hoysinghausen von Hermann Ziegler