Das Telefon in der „Leitstelle“ klingelt, alle warten gespannt, was nun auf sie zukommt.

„Person in Notlage“ lautet die Einsatzmeldung, die über einen Lautsprecher als Signal die Jugendlichen alarmiert. Schnell ziehen sich die Mädchen und Jungen ihren Jugendfeuerwehranzug, Handschuhe und Stiefel an, setzen ihren Helm auf und steigen in die Einsatzfahrzeuge. Los geht es zum Übungsort. Am Übungsort ist es ihre Aufgabe die Person in Notlage zu beruhigen und sie anschließend in Sicherheit zu bringen.

24 Stunden lang wurden den Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Hoysinghausen die Arbeit von Feuerwehrmännern und  -frauen am vergangenen Wochenende näher gebracht. Ihnen wurde von Jugendwartin Ina Kammann, ihrem Betreuerteam und Kameradinnen und Kameraden der Ortswehren Hoysinghausen und Woltringhausen gezeigt, wie umfangreich die Arbeit in der Feuerwehr ist. Neben Einsatzfahrten, hatten die Jugendlichen auch die Aufgabe die Fahrzeuge nach Einsätzen wieder einsatzbereit zu machen und sie sauber zu halten, sowie sich um die gemeinsamen Mahlzeiten zu kümmern. Zudem wurden sie von dem fünfköpfigen Betreuerteam in Theorie und Praxis der Einsatzlehre geschult. Geschlafen und Gegessen wurde im Aufenthaltsraum des Dorfgemeinschaftshauses.

Bevor die 14 Jugendlichen allerdings ihren ersten 24 Stunden Dienst antreten konnten, wurden sie an 12 Dienstabenden zuvor von ihren Betreuern darauf vorbereitet. Neben Fahrzeug- und Gerätekunde, Brennen und Löschen wurde ihnen erklärt, wie ein Einsatzgeschehen ablaufen sollte und welche Aufgaben die einzelnen Gruppenmitglieder dabei haben. Es wurden verschiedene kleine Szenarien durchgesprochen und sie lernten eine Steckleiter und die Beleuchtung am Einsatzfahrzeug aufzubauen.

Dieses vorab erlernte Wissen und Können galt es dann in den Einsatzszenarien am vergangenen Wochenende umzusetzen. Neben einer Personenrettung, mussten die 13 Jungen und ein Mädchen eine vermisste Person in der Dunkelheit rund um das Gerätehaus suchen, dabei bildeten sie Einsatzabschnitte und teilten sich in Gruppen auf. Des Weiteren mussten sie eine Ölspur abstreuen und die Straße sichern, sowie einen Kleinbrand löschen. Bei letzterem Einsatz bauten die Jugendlichen einen Löschangriff auf und leuchteten die Einsatzstelle aus.

Bei allen Übungseinsätzen wurden sie von den Betreuern begleitet und unterstützt. Als kleines Highlight konnten die Jugendlichen einmal in die Rolle von Atemschutzgeräteträgern schlüpfen. Das Sporthaus in Woltringhausen wurde vernebelt und die Jungen und Mädchen konnten mit einer Atemschutzgeräteattrappe in Begleitung eines Atemschutzgeräteträgers der Ortswehr dort hineingehen. Sie spürten, dass es nicht leicht ist, sich in einem verrauchten Gebäude zurechtzufinden. Ein rundum gelungener Dienst, der den Jugendlichen nicht nur zeigte, was es bedeutet Feuerwehrmann oder -frau zu sein, sondern auch die Gemeinschaft und die Zusammenarbeit in der Gruppe förderte.